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Der Inquisitor
Meister: Patrick
SpielerInnen: Bernie, Bine, Dani, Luc, Konny, Tommi
HeldInnen: Aelindir, Lúthien, Said, Tapo-Sica, Yswyn, Lialin
Zeitraum: 3. Travia 999 BF -
Termin(e): 5.1.2015, 31.1.2015

Die Helden verlassen Albenhus, um der Spur der Drachenaugen zu folgen. Diese führt sie in das kleine Dörfchen Trackenborn.

Voriges Abenteuer: Ein neues Gesicht oder Ein heimtückischer Mord

Hauptcharaktere: Bearbeiten

  1. Aelindir Abendblüte
  2. Lúthien Melwasúl
  3. Said ibn Emir
  4. Tapo-Sica
  5. Yswyn Fidian
  6. Lialin Thordisdottir

Geschichte Bearbeiten

05.01.2015 Bearbeiten

Langsam leerte sich der Boronanger wieder, die Trauergäste gingen ihrer Wege, Fips drehte sich ein letztes Mal verheult nach seiner Yswyn um, doch Barbas schob ihn bestimmt weiter Richtung Ausgang.

Yswyn drehte sich entschlossen weg vom Grab ihres Vaters und blickte ihre neuen Gefährten erwartungsvoll an. Sie wollte die Stadt lieber heute als morgen hinter sich lassen. Auch Aelindir und Tapo-Sica drängten auf einen raschen Aufbruch, doch Rashid wollte noch ein letztes Mal die Vorzüge der Zivilisation genießen und führte die Gruppe auf den Marktplatz, wo sie sich noch mit allerlei notwendigen Utensilien eindeckten.

Schließlich fand man sich zum wiederholten Male beim Südtor ein um Albenhus zu verlassen. Dort wartete mit dem Weibel Otmar Seiler bereits ein alter Bekannter auf die Gruppe. Er drückte Yswyn noch einmal sein Beileid aus und versicherte sich, dass sie auch wirklich mit den Herumtreibern mitziehen wolle. Als das geklärt war, händigte er der Gruppe noch einen alten, vergilbten Steckbrief aus.

Gemeinsam entzifferten sie folgenden Text:


 GESUCHT, TOT ODER LEBENDIG:
 
HARRO VON ERLINGEN, GENANNT „DER BRAUNE HARRO“
 
9 SPANN GROß, BLONDES HAUPTHAAR, MEIST
VERDECKT DURCH EIN KOPFTUCH, EIN VOLLBART, VERUNZIERT DURCH EINE TIEFE NARBE AM
KINN, ZIEHT DAS RECHTE BEIN NACH
 
SORA, DIE SCHNECKE
 
JUNGE FRAU, KLEIN, LANGES BLONDES HAAR
 
GOSWIN, DER HÜNE
 
HÜFTLANGER ZOPF, STETS BLANKER OBERKÖRPER
 
DIE BANDE BESTEHT AUS MINDESTENS EINEM
DUTZEND HALSABSCHNEIDERN UND IST SEHR GEFÄHRLICH

Otmar Seiler berichtete der Gruppe, dass die letzten Berichte, wenn auch einige Monde alt, aus der Gegend um das Dorf Trackenborn stammten, welches ja bekanntermaßen das derzeitige Ziel der Gruppe war. Er erzählte ihnen ebenfalls, dass eine Belohnung von 10 Dukaten auf das Ausfindig Machen des Unterschlupfes steht. Dabei blickte er ein wenig betreten zur Seite, was jedoch keinem auffiel. Der Weibel erklärte ihnen den weiteren Weg und man verabschiedete sich.

Man schritt gut aus, sang, plauderte und war guter Dinge und erreichte im Rekordtempo den bereits bekannten Pferdehof von Vanja Rubenlauf. Rashid, Lúthien, Yswyn und Tapo-Sica marschierten ohne zu zögern durch das Haupttor, doch Aelindir setzte sich heimlich von der Gruppe ab, um kurz danach überraschend mit einem riesigen Exemplar eines Nordaventurischen Fetthasen zu erscheinen. Die Freude war groß und sofort wurde der Hase verarbeitet und verspeist.

Nach einer erholsamen Nacht, zogen die Gefährten weiter, nachdem sie von Vanja noch mit den getrockneten Resten des Hasenfleisches ausgestattet wurden. Neben ihnen plätscherte fröhlich der Ambrocebrâ, ein Arm des Großen Flusses und nach einigen Stunden des Marsches erreichten sie eine gut überquerbare Furt. Aelindir watete einfach durch die leichte Strömung, doch Rashid war sehr darauf bedacht, nicht nass zu werden und knotete seine Hose umständlich über seinen Knien fest. Kurz darauf hatten alle erfolgreich den Fluss überquert und nach wenigen Metern, hatte sie der dichte Eisenwald verschluckt.

Während Rashid und mit Abstrichen auch Yswyn, das Gefühl hatten, als würde ihnen die Decke auf den Kopf fallen, schritten Aelindir, Lúthien und Tapo-Sica fröhlich aus und genossen die Kühle des Waldes, das Grün der Blätter und den Odem der unberührten Natur. 

Aelindir übernahm sofort die Führung der Gruppe, hinter ihm marschierten Tapo-Sica, Lúthien, Yswyn, und zum Schluss, der missmutige Rashid. Der Auelf kundschaftete problemlos einen schmalen Pfad aus, dem die Gruppe bequem folgen konnte und besah sich aufmerksam die Umgebung.

So dauerte es nicht lang, bis er abrupt stehen blieb und auf eine Spur am Boden deutete. Zuerst konnte er die Abdrücke nicht einordnen, doch durch einen gemeinsamen Blick mit Lúthien kamen sie drauf, dass es sich um einen einzelnen Goblin handeln musste, welcher vor nicht allzu langer Zeit hier nach etwas gesucht haben musste.

Die Helden hatten bisher noch kaum Erfahrungen mit Goblins gemacht, waren dementsprechend vorsichtig und die aufgeregte Yswyn machte sofort ihren Bogen bereit. Nachdem sie jedoch vor Ort nichts mehr fanden, und auch die Spur nicht weiter verfolgen konnten, marschierten sie vorsichtig weiter.

Kurz darauf bekam Rashid ein extrem ungutes Gefühl und hielt seine Gefährten auf. Auch Tapo-Sica bestätigte das dräuende Gefühl von Gefahr und die Gruppe verharrte und bereitete ihre Waffen vor.

Und keine Minute später kam Bewegung ins Dickicht rundherum. Überall wuselten rotpelzige Gestalten herum und Aelindir konnte mindestens vier der Goblins in den Bäumen über ihnen ausmachen, welche mit Bögen auf sie zielten.

Ein untersetzter, dicker Rotpelz marschierte stolz auf den Elfen zu und krähte in gebrochenem Garethi, dass das hier eine Goblinstraße sei, und jeder von ihnen Zoll zu bezahlen hätte. Sofort schickten die Gefährten Rashid nach vorne, in der Hoffnung, dass der geschäftstüchtige Tulamide die Situation ohne Blutvergießen klären könne.

Der Goblin-Anführer verlangte schließlich ein Silber pro Bein und rechnete mit den Fingern herum, doch die Helden waren zu aufgeregt um aus der Situation Kapital schlagen zu können und zahlten dem Goblin brav 10 Silbertaler. 

Man marschierte weiter und beschloss schließlich ein Nachtlager aufzuschlagen. Tapo-Sica meldete sich freiwillig für die erste Wache und war kurz darauf bereits eingeschlafen.

Aelindir erwachte mit den ersten Sonnenstrahlen und blickte sich verwirrt um. Er weckte die schlafende Waldfrau und ließ sich von ihr erzählen, was passiert war. Der Auelf verriet seine Kumpanin aber nicht und nachdem alle Habseligkeiten beisammen waren und niemand verletzt, zog man weiter.

Im Laufe des dritten Reisetages verschlechterte sich das Wetter zunehmend und Rashid schlug eine Rast vor. Doch nachdem Aelindir das Wetter eingehend beobachtete, kam er zu dem Schluss, dass der richtige Regen erst noch bevorstand, es also nicht so bald wieder aufhören werde. Die vier anderen überstimmten den Tulamiden und man zog weiter.

Mit einem Mal drangen an Aelindirs Ohren Geräusche eines panisch auf sie zukommenden Wesens von der Größe eines größeren Hundes. Die Gruppe wappnete sich und rechnete bereits mit einem Goblinangriff, als plötzlich ein dreckverschmiertes, ängstliches Mädchen durchs Gebüsch brach und der Länge nach vor der Gruppe im Matsch landete.

Sie halfen dem Mädchen auf und wollten es befragen, doch das verängstigte Ding war völlig aufgelöst und flehte in Travias Namen um Hilfe vor bösen Männern, die sie verfolgten.

Die Helden waren erstmal ratlos, doch dann konnte Aelindir dank seines feinen Gehörs erneut sich nähernde Geräusche ausmachen. Er teilte es seinen Freunden mit, auch dass er glaube, es handelte sich diesmal um mehrere und größere Kreaturen. Als Madalea, so der Name des Mädchens, das hörte, weiteten sich ihre Augen in erneuter Panik und sie wollte weiter flüchten. Die Gruppe ließ sich anstecken und jeder versuchte sich geschwind im Unterholz zu verbergen.

Aelindir und Tapo-Sica waren sich erst uneins ob sie Madalea ins Gebüsch oder auf den nächsten Baum zerren sollten, doch schließlich setzte sich der Elf durch und Tapo-Sica erkletterte den Baum allein.

Nur wenig später stürmten sechs Reiter auf den Weg. Der vorderste, ein junger, drahtiger Mann von beträchtlicher Körpergröße betrachtete den Boden eingehend. Der zweite war definitiv der Anführer der Gruppe, er trug eine rot-goldene Robe mit einem Sonnensymbol und eine Art Szepter in der Hand. Die ganze Gruppe war stark gerüstet.

Yswyn, Rashid und Lúthien erkannten den Reiter sofort als Hochgeweihten der Praios-Kirche, während Tapo-Sica und Aelindir mit der Gewandung nichts anfangen konnten.

Der Spurenleser bemerkte auf Anhieb, dass das Mädchen hier war, konnte aber nicht mit Sicherheit sagen, wohin sie weitergegangen sein könnte, da viele Spuren durcheinander führten. Die Gruppe einigte sich darauf, dass „das Flittchen“ den Weg von Trackenborn weg gewählt haben würde und setzte die Verfolgung fort.

Die Helden warteten ein wenig, bevor sie ihre Verstecke wieder verließen und fragten dann das Mädchen aus. Nach einiger Zeit entwickelte sich die Geschichte aus der bruchstückhaften Erzählung des Mädchens.

Der Edle von Trackenborn, ein junger Mann, welcher noch nicht die Frau fürs Leben gefunden hat, holt sich immer wieder Frauen auf seine Burg um Rahja zu huldigen. Sein begehrlicher Blick fiel nun auf die gerade 14-jährige Madalea und er schickte zwei seiner Soldaten um die Müllerstochter „einzuladen“. Als sich diese jedoch heftig wehrte, ging eines der Pferde plötzlich durch und warf den überraschten Soldaten ab, welcher sich den Arm brach.

Die gedemütigten Soldaten traten den Rückzug an und der Edle von Trackenborn schickte wenig später den gerade anwesenden Inquisitor aus, da das Gerücht umging es handle sich um finstere Hexenmagie.

Als Madalea die Reiter kommen sah, zählte sie eins und eins zusammen und rannte davon. Wie es schien, passierten ihr häufiger kleine „magische Ausrutscher“, das Mädchen beharrte jedoch darauf, keine Hexe zu sein und keine Ahnung zu haben, warum diese Dinge geschähen.

Rashid, der sich sicher war, dass dieses Mädchen eine Hexe war, bedrängte Lúthien, sie müsse doch Möglichkeiten haben, herauszufinden, was die Wahrheit wäre. Die überforderte, halbelfische Hexe ging ihre Möglichkeiten durch, hatte aber keinen Geistesblitz. Währenddessen überlegten Yswyn, Aelindir und Tapo-Sica wie sie mit dem verängstigten Mädchen verfahren könnten.

Gemeinsam mit Madalea beschlossen sie schließlich, die alte Thika aufzusuchen, eine kräuterkundige Frau, die alleine in der Umgebung wohnte. Wieder schrillten bei Rashid sämtliche Hexen-Alarmglocken, doch Madalea stritt auch das entschlossen ab.

Nach einem kurzen Fußmarsch erreichten sie die Hütte und wurden von der Kräuterfrau warmherzig empfangen und verköstigt. Sie erzählten gemeinsam mit Madalea was passiert war, doch Thika reagierte mit einer provinziellen Naivität, die besonders Lúthien zur Weißglut trieb. Thika spielte die Vorkommnisse herunter, lachte über die Hexenanschuldigungen und hielt alles für ein Missverständnis. Wenigstens war sie einverstanden auf Madalea aufzupassen, bis sich die Wogen geglättet hätten.

Daraufhin ließen die Helden Madalea dort und machten sich auf den Weg nach Trackenborn. Auf halbem Weg wurden sie jedoch erneut der Reiter gewahr, welche sich schnell auf sie zu bewegten. Wieder wollten sich die Helden verstecken, doch dieses Mal reichte die Zeit nicht und der Inquisitor hielt die Gruppe mit barschen Worten dazu an, in Praios Namen herauszutreten.

Rashid fasste einen Beschluss und trat aus seiner sicheren Deckung, wofür ihn Yswyn mit derben Flüchen belegte. Der Tulamide verbeugte sich und erklärte dem Geweihten, dass sie Probleme mit Goblins und Räubern hatten und nichts riskieren wollten, deswegen der rasche Versuch des Versteckens.

Der Praiot blickte die exotische Gruppe mit skeptischen Blicken an, fragte sie ein wenig nach Madalea aus und drohte, nachdem sich besonders Lúthien wieder einmal um Kopf und Kragen redete, mit Praios‘ Zorn. Dennoch ließ er die Gruppe ziehen und wies ihnen sogar den Weg nach Trackenborn.

Auf dem Weg diskutierte man über die Vorkommnisse, sowie über Lúthiens und Yswyns Entdeckung. Die zwei Halbelfen entdeckten nämlich eine komplett neue Pilzart, die überall zu wachsen schien. Schmackhafte Eierlinge.

Als sie dann das Dorf erreichten, wurden sie begafft wie Einhörner oder Drachen und erstaunlich viele Leute hatten plötzlich Dinge im strömenden Regen zu erledigen. Eine Frau ließ sogar ihr Kind in den Matsch fallen, als sie die spitzen Ohren Yswyns, Lúthiens und Aelindirs erblickte.

Plötzlich stellte sich ihnen eine kleine blonde Frau mit dicken Zöpfen in den Weg und stellte sich als „Pedora Langbart“ vor, ihres Zeichens Dorfschulzin. Yswyn prustete unpassenderweise los, als sie den Namen hörte, was ihr einen bitterbösen Blick der Schulzin einbrachte.

Man begab sich ins örtliche Gasthaus und harrte der Dinge.

Fortsetzung Bearbeiten

31.01.2015 Bearbeiten

Die Gruppe war noch keine Stunde dort, als sich das Gasthaus zu füllen begann. Innerhalb kürzester Zeit war der Schankraum zum Bersten gefüllt, da jeder der Dorfbewohner die exotischen Besucher mit eigenen Augen sehen wollte.

Tapo-Sica, Lúthien, Rashid, Yswyn und Aelindir genossen die extreme Aufmerksamkeit sehr unterschiedlich. Der Tulamide sonnte sich im Ruhm seiner Geschichten, während Aelindir, Yswyn und Tapo-Sica eher darauf erpicht waren, ihre Queste zu einem Abschluss zu bringen.

Ogo, der Wirt servierte Speisen und Getränke und zwinkerte den Gefährten verschwörerisch zu. Er sagte ihnen, dass Speis und Trank nicht bezahlt werden müssen, da er sich noch nie über ein derart volles Haus freuen durfte. Rashid prostete dem Wirten vergnügt zu.

Doch auch diese Privilegien überzeugten die Anderen nicht und so fragten sie den Wirten nach dem Aufenthaltsort des Händlers Colm Fischinger. Der Wirt teilte ihnen mit, dass der Händler sowieso zu seinen Stammgästen zählte und früher oder später auftauchen würde, doch die Gefährten waren entschlossen, ihn aufzusuchen.

Während der Wirt und die Menge versuchten die Helden am Gehen zu hindern, ertönte die Stimme eines Jünglings, der meinte, er habe viel interessantere Geschichten zu bieten. Es stellte sich heraus, dass dieser halbe Knabe, Madaleas Bruder Fredrik war. Er erzählte großspurig, dass seine Schwester eine Hexe sei und die Soldaten des Edlen verhext hätte. Er schmückte seine Geschichte aufs Unrealistischste aus, so dass Lúthien sofort merkte, dass der Junge Unsinn erzählte, um sich wichtig zu machen. Die provinziellen Trackenborner murmelten Stoßgebete an Praios und Travia und auch vereinzelte Schimpfwörter in Richtung der Familie Madaleas waren zu hören. Fredrik jedoch genoß die Situation zu sehr, um zu bemerken, was er da tat.

Die Gruppe mischte den Jungen verbal ordentlich auf und verspottete ihn, bis schließlich erneut die Tür aufging und der gesuchte Händler die Stube betrat. Sofort schickten Yswyn und Tapo-Sica den Tulamiden Rashid los, um das Gespräch zu suchen. Man plauderte zivilisiert über dies und das und schließlich über den Albenhuser Kollegen Rashim al’Fessir, dessen Geschenk tatsächlich niemals seinen Bestimmungsort erreicht hatte. Man verabredete ein Treffen um Fischingers Waren inspizieren zu können, als sich die Gasthaustüre ein weiteres Mal öffnete und Wind und Wetter Einlass bot.

Doch kein weiterer Dorfbewohner trat ein, sondern eine groß gewachsene, junge Frau, deren muskulöser Körper in einfachen aber auffälligen Kleidern steckte und die ein großes Wolfsfell um die Schultern trug. Sie blickte sich suchend im Raum um und lächelte freudig, als sie die Helden erblickte.

Es handelte sich um die junge Thorwaler Skaldin Lialin Thordisdottir, die zum ersten Mal in ihrem Leben auf große Abenteuerfahrt gegangen war und Gerüchte über die Gruppe und ihre Heldentaten gehört hatte. Sie erzählte der erstaunten Gruppe, dass sie von der Kinderrettung und dem Gifthändler gehört hatte, sowie von Yerodin Fidians Tod. Sie erzählte weiter, dass sie spürte, dass hier Potential für große Geschichten und Lieder vorhanden war und dass sie die Gruppe gerne begleiten würde. Man war geschmeichelt und stimmte zu.

Plötzlich stürmte ein Dörfler herein und kündete von der Rückkehr des Inquisitors. Bis auf den Tulamiden drängelte man sich geschlossen heraus und erblickte den Praioten mit seinen Gefangenen, Madalea und Thika.

Der Tumult unter den Dörflern beruhigte sich langsam und man diskutierte in Grüppchen über die Geschehnisse. Auch unsere Helden berieten mit dem mittlerweile hinzugetretenen Tulamiden über ihr weiteres Vorgehen. Man einigte sich relativ schnell darauf, die Burg des Edlen aufzusuchen, um die Gefangenen „Hexen“ zu befreien. Zuvor sollte Rashid noch dem Händler Fischinger Bescheid geben. Er betrat also das Gasthaus aufs Neue und sein Blick fiel auf den Schankknecht Mirio, welcher mit einer erregten jungen Frau eine scheinbar hitzige Diskussion führte.

Er tat unbeteiligt und schnappte einige interessante Wortfetzen auf. So war die junge Frau wohl über die ungerechtfertigte Gefangennahme der „Hexen“ erzürnt. Mirio hingegen war um Deeskalation bemüht.

Rashid fing die wütende junge Frau, als sie sich zum Gehen wandte, an der Tür ab und bot ihr ihre Hilfe an. Sie war jedoch sehr misstrauisch und zeigte dem Tulamiden die kalte Schulter. Als Rashid sich ihr aber in den Weg stellte, kam Mirio dazu und bat untertänig darum, er möge seine

Schwester gehen lassen. Rashid ließ von ihr ab und die junge Frau verschwand sofort im Getümmel.

Boron, seines Zeichens Gott des Todes und des Schlafes, hat sich nunmehr auf die dritte, ihm zugeschriebene Eigenschaft besinnt und ihren sehr verehrten Chronisten mit dem Fluch des Vergessens belegt. Dieser ärmliche Diener der Wahrheit wird dennoch versuchen die Geschehnisse ab dem 6 Travia 999 BF so genau wie möglich wiederzugeben.

Wieder vereint war guter Rat teuer. Die Helden einigten sich schnell darauf, einfach in die Burg zu marschieren und Gastrecht zu beantragen. Auf halbem Wege kamen ihnen jedoch zwei Gardisten entgegen, welche sich als Pagana und Throndwig vorstellten und den Auftrag hatten, die Gruppe auf die herrschaftliche Burg einzuladen.

Ohne Umschweife werden die Helden in den Speisesaal geführt, wo der Edle Ugolf von Trackenborn zu Trackenborn gerade diniert. Mit ihm am Tisch sitzt der Hauptmann seiner Wache, Weibel Hardman Boll und der ehrfurchtgebietende Inquisitor Praioshilf Sonnacker.

Obwohl der Edle natürlich den Platz am Kopfende der Tafel einnimmt, wird den Helden schnell klar, dass der Inquisitor die Zügel in der Hand hat. Er fragt die Helden aus, schneidet dem Edlen mit unwirschen Handbewegungen das Wort ab und benimmt sich überhaupt überaus arrogant.

Die Helden können im Laufe des Essens herausfinden, dass Madalea und Thika im Kerker sitzen und demnächst befragt werden sollen und dass auch Madaleas Eltern abgeholt werden sollen. Des Weiteren befindet sich im Kerker ein seltsamer Zwerg, der vor etwa einem Mond im Wald aufgegriffen werden konnte und der seither im Kerker vor sich hin vegetiert, da aus ihm nichts Sinnvolles heraus zu bekommen war.

Nach dem Essen wurden die Helden auf ihre Zimmer geleitet. Es waren zwei geräumige Räume mit je drei Betten, einem Tisch, vier Stühlen und einem Kohlebecken.

Fortsetzung Bearbeiten

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Nächstes Abenteuer: