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Der Händler
Meister: Patrick
SpielerInnen: Bernie, Bine, Luc, Tommi
HeldInnen: Aelindir, Lúthien, Said, Tapo-Sica
Zeitraum: 13. Efferd 999 BF - 27. Efferd 999 BF
Termin(e): 29.6.2014, 12.7.2014

Die Helden haben ihre neue Mitstreiterin schon wieder verloren, Konstanz ist nicht ihre Stärke. Es geht dennoch weiter in Richtung Albenhus, der nächsten Stadt am Großen Fluss, wo bereits das dritte Abenteuer der Spielstein-Kampagne wartet. Unterwegs trifft man einen alten Bekannten. Unerwartet sieht man sich in der Pflicht ein Verbrechen aufzuklären, doch ist nicht immer alles so wie es scheint...

Voriges Abenteuer: Die Einsiedlerin

Hauptcharaktere: Bearbeiten

  1. Aelindir Abendblüte
  2. Lúthien Melwasúl
  3. Said ibn Emir
  4. Tapo-Sica

Geschichte Bearbeiten

29.06.2014 Bearbeiten

Die Gruppe verbrachte die folgenden 10 Tage bei den glücklichen Trollen und den nunmehr friedlichen Talbewohnern Daliseon und Norrigea. Sie lernten und diskutierten und erholten sich gut von den vergangenen Strapazen, doch schließlich war der Zeitpunkt gekommen, sich wieder auf den Weg nach Albenhus zu machen.

Der Weg stellte sich als immer gangbarer heraus, die Zivilisation wurde immer greifbarer und der Wald lichter, was besonders Aelindir nicht unbedingt mit Freude erfüllte, ganz im Gegensatz zu Rashid, der das entbehrungsreiche Leben im Wald schon ziemlich leid war.

Nach einigen Stunden drangen wütende männliche Stimmen an ihre Ohren. Vorsichtig schlichen die Gefährten näher und erkannten in einigen hundert Schritt Entfernung eine Kutsche. Das Gefährt hatte augenscheinlich einen Unfall erlebt, denn sie hatte gewaltig Schlagseite und ein Mann in der Tracht eines Kutschers machte sich am Rad zu schaffen, während ein Anderer in edler Kleidung sich wie ein Berserker gebärte.

Die Überraschung war groß bei beiden Parteien, als sie merkten dass es sich um den Händler Ebelfried Eisinger handelte. Sofort stimmte man zu, zu helfen und gemeinsam schafften es die Helden, die Kutsche anzuheben, damit der Kutscher Alrik das Rad wieder montieren konnte. Tapo-Sica rutschte dabei jedoch ab und schlug der Länge nach auf den Boden. Zum Glück zog sie sich keine schwerwiegenden Verletzungen zu.

Die restliche Strecke legte man nun gemütlich in Eisingers Kutsche zurück und unterhielt sich über die vergangenen Taten und Erlebnisse. Eisingers Angebot, ein paar Tage in seinem Domizil in Albenhus zu verbringen, wurde größtenteils freudig angenommen.

Als sie die Südseite der Stadt erreichten, konnten sie zwei Dinge feststellen. Zum Einen gehört Eisinger zu den wirklich Einflussreichen Herrschaften der Stadt, da er komplikationslos an der Menge der Leute, welche in die Stadt wollten, vorbei gewunken wurde, zum Anderen dass man es als Novadi in Albenhus derzeit schwer hat. Ein südländischer Transport wurde minutiös kontrolliert, sehr zum Missfallen des Besitzers.

Nach kurzer Zeit erreichten sie Eisingers Haus, ein vierstöckiges Steinhaus, welches sehr imposant im reichen Viertel der Stadt lokalisiert war. Eisinger ließ den Helden Zimmer vorbereiten und zwei Badezuber bereitstellen, um sie für die Zivilisation zu Recht zu machen. Rashid fühlte sich wie im siebten Himmel. Der einzige Wermutstropfen für ihn, war die Geschlechtertrennung beim Baden.

Nach dem Bad wartete bereits das Essen auf die Gruppe und sie konnten die Bekanntschaft von Eisingers alter griesgrämiger Mutter und seinem jungen nichtsnutzigen Sohn Morco machen. Das Essen verlief etwas steif, da außer Rashid, keiner mit der Etikette und den Gepflogenheiten des kultivierten mittelreichischen Speisens vertraut war und sich so manche peinliche Situation bot.

Durch ein Missverständnis wurde der junge Sohn auf Tapo-Sica aufmerksam, was sich später noch rächen sollte.

Gegen Mitternacht erwachte die junge Waldmenschenfrau mit dem unguten Gefühl drohender Gefahr und tatsächlich befand sich eine Person in ihrer Kammer. Der stechende Geruch von billigem Alkohol drang ihr in die Nase und sie griff langsam zu ihrem Dolch. Schon torkelte die Gestalt auf sie zu und sie erkannte den komplett besoffenen Sohn ihres Gastgebers.

Bevor er etwas tun konnte, war sie auf den Beinen und hielt dem jungen Mann die Klinge an die Kehle, zusammen mit einer eindeutigen Drohung. Doch der Alkoholpegel ließ ihn die drohende Gefahr ignorieren und er machte schmutzige Andeutungen.

Tapo-Sica beherrschte sich und versuchte den Betrunkenen mit ihrer nicht zu verachtenden Körperkraft aus dem Zimmer zu drängen. Morco torkelte rückwärts und fiel mit lautem Getöse direkt in Rashids Zimmer auf den Boden, welcher aber nicht sofort erwachte. Erst als Tapo-Sica lauthals nach ihrem Gefährten rief, erhob sich der Tulamide schlaftrunken.

Erstaunt machte er sich ein Bild über die Situation und warf seiner Gefährtin Vorwürfe an den Kopf, dass sie doch nicht einfach den Sohn ihres Gastgebers KO schlagen könne und wie das aussehe und so weiter. Tapo-Sica kämpfte ihre neu aufflammende Wut ein weiteres Mal nieder und erklärte dem Tulamiden den Sachverhalt.

Mitten in diese hitzige Debatte ertönte ein zaghaftes Klopfen. Die Magd Ginetta hatte laute Geräusche gehört und wollte nach dem Rechten sehen. Rashid schickte sie weg, jedoch nicht ohne sie für in 2 Stunden wieder zu bestellen. Tapo-Sica verdrehte nur genervt die Augen.

Schließlich packten sie den mittlerweile eingeschlafenen Morco und wollten ihn in die Küche tragen. Auf dem Weg versagte Rashid aber die Kraft und der junge Mann rutschte ihm aus den Armen. Tapo-Sica reagierte blitzschnell und warf sich rückwärts auf den Boden damit der Betrunkene nicht mit dem Kopf auf den Boden aufschlug.

Schließlich setzten sie den Sohn in der Küche ab, drückten ihm eine Flasche Wein in die Hand und begaben sich zurück auf ihre Zimmer. Rashid nutzte den Augenblick und zweigte auch eine für sich ab.

Pünktlich 2 Stunden später erschien die Magd Ginetta in Rashids Zimmer und wirkte verunsichert und verloren. Rashid handelte jedoch komplett entgegen seiner Gewohnheit und redete und philosophierte mit der Magd bis in die frühen Morgenstunden.

Nach dem Frühstück begaben sich die Gefährten getrennt in die Stadt, Rashid ließ sich von seiner persönlichen Magd Ginetta herumführen und lernte so die Stadt kennen, während Aelindir, Tapo-Sica und Lúthien auf eigene Faust loszogen. Sie erreichten den örtlichen Rahja-Tempel, wo zuerst Lúthien und dann auch Aelindir ungeahnte Freuden erfuhren und geradezu entrückt und selig grinsend wieder herauskamen. Tapo-Sicas Laune verschlechterte sich zusehends. Schließlich erreichten sie den Hafen, wo sie Kapitän Dongrimm trafen. Die Freude war groß.

Rashids Versuch einen Hehler aufzutreiben, war indes vergeblich.

Als sie sich dann wieder zum Mittagessen bei Eisinger einfanden, eröffnete dieser ihnen eine Bitte. Scheinbar florierte in der Stadt seit Kurzem ein illegaler Gift-, und Sklavenhandel und Eisinger brauchte Hilfe um seinen Verdächtigen zu überführen. Er wollte die Freunde auf ein Fest des Novadis Rashim al-Fessir einschleusen, wo diese nach Beweisen suchen sollten.

Man willigte ein und machte sich an die Planung und Vorbereitung. Eisinger besorgte Verkleidungen und einen Plan des Hauses, während die Gruppe sich um Tarnidentitäten und eine Vorgangsweise kümmerte.

Die Idee war, die Gruppe als Rashids Gefolge auszugeben und in die Küche einzuschleusen, von wo aus dann das Haus durchsucht werden sollte.

Am nächsten Abend war es soweit. Sofort fiel den Gefährten die Bewachung durch novadische Krieger auf, sowie die bronzehäutigen Waldmenschen-Sklaven. Eisinger führte die Gruppe bis in den Festsaal, wo sie von einem feisten, grinsenden Südländer empfangen wurden.

Rashid verwickelte ihn in ein Gespräch, während sich die restliche Gruppe im Haus aufteilte und nach einem Arbeitszimmer oder ähnlichem suchte. Vorerst waren ihre Bemühungen nicht von Erfolg gekrönt. Aelindir verbrachte eine gute halbe Stunde damit, sämtliche Bedienstetenräume des Dachgeschosses zu untersuchen und Lúthien landete verdächtig oft auf dem Abort.

Schließlich fanden Lúthien und Aelindir einen vielversprechenden Raum, welcher von 2 unaufmerksamen Wachen bewacht wurde. Aelindir beschloss wieder einmal den „nackten Elfen“ durchzuziehen und drückte der grinsenden Lúthien seine Kleidung in die Hand. Kurz bevor er jedoch die elfischen Worte sprechen konnte, erschien ein verdutzter Diener mit einem Tablett in der Hand. Für ein paar unendliche Sekunden standen alle drei einfach nur da und taten gar nichts. Dann übernahm Lúthien die Initiative und stürzte sich auf den nackten Elfen und küsste ihn überschwänglich. Der Diener bekam einen hochroten Kopf und drehte auf dem Absatz um.

Nüchtern und sachlich wie die meisten Elfen, machte sich Aelindir ohne weitere Worte unsichtbar.

Er schlich sich an den Wachen vorbei und betrat eine Art Schreibzimmer, welches über und über mit Pergamenten und Schreibutensilien vollgeräumt war. Nachdem Aelindir der menschlichen Schrift nicht mächtig war, ignorierte er die Schriftstücke und besah sich die pompöse Doppeltür, welche in den nächsten Raum führt. Erfreulicherweise war sie nicht verschlossen. Aelindir hatte das Arbeitszimmer gefunden.

Er beendete den Unsichtbarkeitszauber und versuchte sich im dunklen Raum zu orientieren. Nachdem er keine Kerze finden konnte und seine Astralenergie nicht für einen Flim Flam Zauber verschwenden wollte, entzündete er einen Span aus dem Kamin und untersuchte so den wuchtigen Schreibtisch. Gleich in der ersten Schublade fand er die gesuchten Kerzen.

Er durchsuchte die Lade ganz genau und wurde auf ein kleines Eck aufmerksam. Als er daran zog kam ein beschriftetes Pergament zum Vorschein, welches offensichtlich von brisantem Inhalt sein musste, da es gut versteckt war. Nachdem die weiteren Möglichkeiten in diesem Raum versperrt waren, begab sich Aelindir zurück zu Lúthien und gemeinsam machten sie sich auf den Weg zu Rashid und Tapo-Sica.

Sie fanden ihre Kameraden im Festsaal, wo soeben eine junge Tänzerin einen mitreißenden Säbeltanz aufführte. Sämtliche Besucher lagen in ihrem Bann und starrten sie mit teils offenen Mündern an, auch Rashid und Tapo-Sica waren dem Zauber der Sharisad verfallen.

Der Elf und die Hexe wollten den Saal betreten, doch sofort wurde auch Luthien von den hypnotischen Bewegungen der schönen, jungen Frau eingenommen. Der Auelf schüttelte die Wirkung jedoch schnell ab, auch wenn er innerlich zugeben musste, dass dieses Menschenweib etwas von Bewegung verstand. Er versuchte den dümmlich grinsenden Rashid loszureißen um ihm von seiner Entdeckung zu erzählen.

Fortsetzung Bearbeiten

12.07.2014 Bearbeiten

Als der magische Schwerttanz geendet hatte, verfiel das Publikum in frenetischen Applaus und Jubel. Viele verlangten eine Zugabe und nicht wenige riefen Liebesbekundungen an das Mädchen, welches immer noch zitternd in der letzten Pose verharrte.

Aelindir zog Rashid nun endgültig ein Stück abseits und zeigte ihm den gefundenen Brief. Rashid überflog die Zeilen und hob überrascht die Augenbrauen. Das war tatsächlich ein Goldgriff des geschickten Elfen.

Rashid steckte den Brief ein und bewegte sich unauffällig zum Buffet, nicht ohne vorher dem Händler Eisinger einen versteckten Wink zu geben. Eisinger beendete sein Gespräch und stellte sich neben den Tulamiden ans Buffet.

Sie befüllten ihre Teller mit den aufgetragenen Köstlichkeiten und begannen ein unverfängliches Gespräch. In Wirklichkeit wollte Eisinger natürlich wissen ob der Plan von Erfolg gekrönt war, und auf Rashids Bejahen, riet er zum sofortigen Aufbruch.

Kurze Zeit später fand sich die Gruppe in Eisingers Kutsche wieder und erzählte ihm von den Vorkommnissen, Rashid verlas den Brief und Eisinger war ganz aus dem Häuschen. Er beschloss, sofort zur Stadtwache zu fahren.

In kürzester Zeit veranlasste Eisinger den Weibel Otmar Seiler dazu, zusammen mit einem Dutzend Gardisten, Al-Fessirs Fest zu stürmen, sein Haus zu durchsuchen und, nachdem sie auch noch ein Fläschchen mit dem höchst gefährlichen und verbotenen Gift Purpurblitz fanden, den beleibten Novadi mit seinem gesamten Haushalt zu verhaften.

Eisinger und die Helden kehrten mit dem wohligen Gefühl ein Verbrechen aufgeklärt zu haben, nach Hause zurück und genossen eine entspannte Nacht.

Am nächsten Tag fand sich die Gruppe nach einem bekannt großartigen Frühstück im Gerichtshaus ein, um vor der Stadtvögtin gegen Al-Fessir auszusagen.

Die Stadtvögtin, welche gemeinsam mit einem beeindruckenden Praios-Geweihten dem Gericht vorsaß, befragte erst Al-Fessir, welcher alles abstritt und dann Rashid und Aelindir zu den Vorkommnissen. Beide belasteten den Novadi schwer und schließlich wurde dieser unter dem Jubel des Publikums zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe verurteilt.

Eisinger lud seine Freunde daraufhin ins teuerste Gasthaus am Platz ein, das Admiral Sanin. Der Händler verabschiedete sich jedoch frühzeitig, da noch Arbeit auf ihn wartete. Die Helden ließen sich nicht hetzen, tranken und aßen und verließen erst geraume Zeit später das noble Etablissement.

Zurück am Hauptplatz wurden sie einer Gestalt gewahr, welche in Decken gehüllt in den Schatten der Gebäude wartete und ihnen auffällig zuwinkte. Tapo-Sica riet zur Vorsicht, doch ihre Gefährten waren weniger skeptisch und steuerten auf die Gestalt zu. Augenrollend schloss sich das Mädchen aus dem tiefen Süden an.

Die Gestalt entpuppte sich als Delilah saba Dunjah, der Tänzerin des vorigen Abends. Aus der Nähe und ohne ihr aufwendiges Kostüm erkannten die Helden erst wie jung die Tänzerin noch war. Ihre Augen waren gerötet und sie hatte dunkle Ringe, als hätte sie die ganze Nacht durchgeweint.

Sie flehte die Gruppe um Hilfe an und erzählte ihnen die ganze Geschichte. Sie war vor ihrem früheren Herren aus Fasar geflohen, da dieser unzüchtige Dinge von ihr verlangte und Rashim al-Fessir bot ihr Schutz und Obdach an, wenn sie auf seinen Festen tanzte. Ein blonder Mann hatte sie in Albenhus am Markt abgepasst und sie mit ihrer Vergangenheit erpresst. Sie sollte ihrem Herrn das Gift und den gefälschten Brief unterjubeln, ansonsten würde er sie an ihren früheren Herrn verraten.

Die verzweifelte Tänzerin tat wie ihr geheißen und musste ohnmächtig mit ansehen wie ihr väterlicher Wohltäter dafür bestraft wurde.

Aelindir, Tapo-Sica, Lúthien und Rashid waren schnell davon überzeugt, dem Mädchen helfen zu müssen, auch um festzustellen ob sie wirklich einem Betrug aufgesessen waren.

Doch nun war guter Rat teuer. Wie sollten sie beginnen? Aelindir verdächtigte sofort ihren generösen Gastgeber Eisinger, was besonders Rashid vehement bestritt. Sie beschlossen, sich auf die Fakten zu konzentrieren. Es gab drei offensichtliche Hinweise: Ein gefälschter Brief, ein höchst illegales Gift und einen blonden Unbekannten.

Ihre erste Idee war, konkurrierende Händler auszuspähen, was sie nach Alben, ins Zwergenviertel führte.

Sie waren noch keine fünf Minuten dort, als ein wütender Schrei sie innehalten ließ. Ein Zwerg mit rotem Bart und ebenso rotem Kopf stürmte auf die Gruppe zu und ließ einen deftigen Schwall übelster Verwünschungen und Beschimpfungen los.

Zur Überraschung Rashids und aller Umstehenden freute sich die Gruppe aber ziemlich und fiel dem wütenden Angroscho geradezu um den Hals. Es handelte sich um ihren früheren Begleiter Fenrox, Sohn des Fenrim. Die Umarmungen von Luthien und Tapo-Sica und vor allem das Versprechen einer Einladung auf ein Bier stimmten den kleinen Krieger jedoch schnell wieder gnädig.

Man fand sich, zu Aelindirs besonderer „Freude“ in einer Zwergenkneipe ein und tauschte Geschichten aus. Wie es der (meisterliche) Zufall so wollte, wusste Fenrox beim derzeitigen Fall der Freunde zu helfen. Er kannte einen der wenigen hiesigen Schreiber, der eventuell weiterhelfen könne.

Sofort begab man sich zu Ellgiv, Sohn des Ellgor, oder auch Ellgiv der Schreiber. Ein dicklicher, grauhaariger Zwerg mit Glatze und Zwickelbrille begrüßte die Neuankömmlinge und versank sofort mit Fenrox in zwergischen Gedanken und Geschichten.

Schließlich platzte aber Luthien damit heraus, dass man auf der Suche nach einem verbrecherischen Schriftstück-Fälscher sei, was den sympathischen Zwergen plötzlich seine rosige Gesichtsfarbe kostete und zu einem auffälligen Schweißausbruch führte. Er stammelte etwas von einem Romul Gremlich, den sie sich mal anschauen sollten und trat den Weg ins Hinterzimmer an.

Die Helden verkannten die offensichtliche Situation und fingen an zu diskutieren, dass man doch nicht so unvorbereitet vorgehen könne und dass sie sich absprechen müssten, als plötzlich Fenrox verblüfft fragte, warum sein Bekannter so Hals über Kopf davon gelaufen sei. Erst jetzt verstanden die Helden was hier gerade passiert ist und machten sich an die Verfolgung.

Phex war ihnen auch wahrlich hold, da der ältliche Schreiber keine 250 Schritt weit gekommen war, als er stolperte und sich den Knöchel verstauchte. Mit Leichtigkeit holten die Freunde ihn wieder ein und wollten ihn auf offener Straße verhören. Sofort griffen jedoch einige Angroschim ein, die dachten, dass da einer der ihren misshandelt würde. Erst ein weiteres Eingreifen von Fenrox entschärfte die Situation.

Sie brachten den Schreiber zurück in sein Haus, wo er ihnen sofort die ganze Geschichte erzählte. Auch er war von dem blonden Mann, welchen er Dachs nannte besucht und erpresst worden und für den er den Brief an Al-Fessir fälschte. Ellgiv bereute seinen Fehltritt zutiefst und schwor, bei einer neuerlichen Gerichtsverhandlung gegen den Dachs auszusagen.

Die Helden hatten nun eine neue Spur, da der blonde Mann, welcher bereits Delilah erpresst hatte, höchstwahrscheinlich dieser Dachs war. Fenrox versprach, bei Ellgiv zu bleiben und ein Auge auf ihn zu haben.

Doch auch mit diesen neuen Hinweisen sah die Gruppe vorerst kein Licht am Ende des Tunnels. Zu verwirrend waren die Spuren, zu undurchsichtig die Zusammenhänge.

Schließlich einigte man sich darauf, dem Gift an sich nachzugehen. In einer mittelreichischen Stadt wie Albenhus war es nicht nur kaum möglich an Gift zu kommen, es war auch höchst illegal. Phex blickte jedoch weiterhin mit einem lächelnden Auge auf die Gruppe und spielte ihnen den Hinweis in die Hände, den Anconiter-Orden vor der Stadt zu besuchen.

Problemlos erreichten die Vier das kleine, runde Gebäude und auch das Betreten stellte sie vor keinerlei Hindernisse. Jedoch machten sie keinerlei Pläne über ihre Vorgehensweise und so stammelten sie ein wenig vor sich hin, als ein dicker, rotgesichtiger Mittfünfziger sie begrüßte und sich als Bruder Conius vorstellte.

Sein freundliches Lächeln wich nach kurzer Zeit einer skeptisch gehobenen Augenbraue, als die Gruppe durcheinander sprach und verschiedene Ansätze verfolgte, ohne dem Mönch klarmachen zu können, was ihr Begehr war.

Plötzlich platzte Lúthien jedoch damit raus, dass es einen Vergifteten gäbe. Der skeptische Mönch war sofort außer sich und fragte nach Details und Einzelheiten, bekam aber natürlich wieder keine zufriedenstellende Antwort.

Er sagte, dass er seine Reiseapotheke packen würde und in wenigen Minuten aufbruchsbereit sein könnte und dass die Gruppe bis dahin bitte klarstellen solle, wohin es denn gehen müsse.

Schließlich kam der Mönch zurück und durchschaute recht schnell dass es gar keinen Vergifteten gibt. Er wurde wütend und drohte mit der Stadtwache und konnte es nicht glauben, dass jemand auf dermaßen dreiste Art und Weise seine Zeit verschwenden würde.

Irgendwie schafften die Helden es dennoch dem Mönch noch einige vielversprechende Informationen zu entlocken. Zum einen erfuhren sie, dass es laut Bruder Conius unmöglich sei Gifte an ihm vorbei aus dem Tempel zu entwenden und zum anderen, dass es keine Lieferungen in letzter Zeit gab, da er höchstpersönlich über jegliche Lieferung Buch führte.

Durch geschicktes Nachbohren konnte Rashid außerdem herausfinden, dass es auf dem Markt ein ominöses Kräuterweiblein gäbe, welches wohl den einen oder anderen Trank verkaufe und sich beim niederen Pöbel allgemein einer gewissen Beliebtheit erfreue. Er, Bruder Conius, machte jedoch keinen Hehl daraus, dass er nichts von dieser ungelehrten Quacksalberin halte.

Frohen Mutes machten sie sich daraufhin zurück zur Stadt, wo sie gerade noch rechtzeitig vor der Nachtwache eintreten durften. Sie beschlossen sich für die Nacht in Eisingers Haus zurückzuziehen.

Dort kamen Aelindirs Zweifel an der Redlichkeit ihres Gastgebers zurück und über Tapo-Sicas und Rashids Kopf hinweg wurde der Entschluss gefasst, dem Händler noch einmal auf den Zahn zu fühlen.

Rashid rief nach Ginetta, seiner Lieblingsmagd und hieß sie ihrem Herrn Bescheid zu geben, dass sie noch einmal mit ihm anstoßen wollten. Ginetta machte sich auf den Weg, informierte die Gruppe jedoch, dass Eisinger arbeiten würde.

Nach einiger Zeit empfing der Händler sie jedoch trotzdem in seinem Arbeitszimmer und ließ einen Wein bringen, den er sich jedoch gewaltig verdünnte. Auch Rashid und Lúthien verdünnten ihr Getränk, während Tapo-Sica bei purem Wasser blieb.

Der Auelf jedoch, welcher von der Stadt, den Menschen und seinem Heimweh geplagt wurde, trank eine unverdünnte Portion des schweren Weines und war nach kürzester Zeit hinüber.

Der Händler legte seinen Freunden auch recht bald nahe, sich zu Bett zu begeben und den besoffenen Elfen zu versorgen. Frustriert zog die Gruppe von Dannen.

Aelindirs angeschlagener Zustand weckte in Lúthien Mutterinstinkte und die Hexe begann den Elfen zu stützen und zu betüddeln, was dem Wildnisläufer gar nicht passte. Er riss sich los und suchte die Küche auf, da er plötzlich unstillbaren Hunger verspürte.

Kurze Zeit später hörten Rashid, Lúthien und Tapo-Sica bereits Lärm aus der Küche. Als sie vor Ort waren, erblickten sie ihren Gefährten am Boden sitzend mit den Händen in einem Kochtopf mit den Resten eines Kartoffelauflaufes, welchen er gierig in seinen Mund schaufelte. Wieder wollte die Hexe ihm aufhelfen und ihn aufs gemeinsame Zimmer schleppen, doch der Auelf riss sich erneut los und lief davon. Die Gefährten gingen schulterzuckend zu Bett.

Wenig später erwachte Tapo-Sica in ihrer Kammer, durch das laute Atmen einer Gestalt in ihrem Zimmer. Sie umfasste ihren Dolch, wild entschlossen dem aufdringlichen Händlersohn ein für alle Mal eine Lektion zu erteilen, doch die Überraschung war groß, als ihr Elfenfreund Aelindir vor ihr stand.

Geistesgegenwärtig verfrachtete das Waldmenschenmädchen den betrunkenen Elfen zum schlafenden Rashid ins Bett und ging grinsend wieder schlafen.

Am nächsten Morgen machte man sich auf die Suche nach Mütterchen Quettla, dem Kräuterweiblein. Nur Aelindir verspürte nichts vom Tatendrang, schmerzte doch sein Kopf gewaltig. Dem sollte schließlich ein weiterer Besuch im örtlichen Rahja-Tempel Abhilfe schaffen. Nur Tapo-Sica blieb ein weiteres Mal augenrollend draußen, wo sie der Tänzerin Delilah die Neuigkeiten mitteilte.

Eine Stunde später erblickten sie den Stand der Kräuterfrau. Diesmal wollte man geplanter vorgehen und kam zu dem Entschluss, hintereinander vorzusprechen, damit man vier Chancen habe, falls wieder einer Blödsinn reden sollte.

Rashid machte den Anfang und er stellte sich überraschenderweise sehr geschickt an. Er ließ den überforderten Touristen raushängen und konnte das alte Mütterchen mit seinem südländischen Charme relativ schnell für sich gewinnen. Auch fragte er nicht nach Giften, sondern nach berauschenden und luststeigernden Substanzen.

Das Kräuterweiblein flüsterte ihm hinter vorgehaltener Hand, dass man in einem zwielichtigen Etablissement im Fischerdorf, dem „Honigtopp“, nach der einäugigen Bela fragen solle, um an einen Kontakt zu geraten, welcher alles beschaffen könne. Sie riet jedoch zu äußerster Vorsicht und beschwor den Tulamiden, niemandem davon zu verraten.

Die Gruppe war hocherfreut über diese Information und machte sich umgehend auf den Weg in Albenhus‘ heruntergekommenste Gegend.

Der Weg ins Fischerdorf war nicht schwer zu finden, dort jedoch war man erstmal ratlos. Zusätzlich hatte man unterwegs noch den Gruppenelfen verloren. Aelindir hatte seinem Heimweh nachgegeben und sich direkt an den Fluss begeben, wo er sich ein halbwegs ruhiges Plätzchen fand und der Stadtatmosphäre zu entkommen versuchte.

Rashid, Lúthien und Tapo-Sica trieben unterdessen einen Straßenjungen auf, der sich ihnen als Führer anbot und ganz ungeniert die Hand aufhielt. Rashid fielen fast die Augen aus dem Kopf als Tapo-Sica dem frechen Burschen ein Silberstück in die Hand drückte. Eine heftige Diskussion über den Wert des Geldes entbrannte. Währenddessen rannte der selbsternannte Führer wie ein Wiesel los. Lúthien rief ihre Gefährten zur Raison und sie rannten dem Buben nach. Der schlug Haken und sprang über eine vorstehende Wagenachse. Die zwei Frauen hielten gut mit, Rashid sah das Hindernis jedoch zu spät und stolperte. Als er sich wieder aufrichtete waren seine Gefährten und der kleine Führer bereits außer Sicht.

Missmutig marschierte der Tulamide drauf los und ärgerte sich über die Hinterwäldler und ihre falsche Weltanschauung. Nach einiger Zeit traf er auf Aelindir und gemeinsam marschierten sie weiter durch Fischerdorf.

Tapo-Sica und Lúthien hatten derweilen den Straßenjungen im Gewirr der schmutzigen Gassen verloren und schlichen planlos durch die Gegend. Nach kurzer Zeit hörten sie ein freches Gelächter von schräg über ihnen und erblickten den Knaben, welcher fröhlich an einem Apfel kauend in einer Fensteröffnung saß und die Beine baumeln ließ.

Er fragte ob die Damen sich vielleicht verirrt hätten und bot seine bescheidenen Dienste an, natürlich gegen einen bescheidenen Obolus. Dieses Angebot untermauerte er mit seinem bezauberndsten Lächeln.

Tapo-Sica hatte noch die Schimpftirade ihres tulamidischen Gefährten im Ohr und verweigerte so dem Burschen eine weitere Gabe. Das brachte Peck, wie sich der Rotschopf nannte jedoch nicht aus der Fassung, forderte er stattdessen nun einfach einen Kuss der zwei Schönheiten.

Genervt und mit geschwollenen Halsadern akzeptierten die zwei Frauen die Bedingungen und rannten dem Bengel aufs Neue hinterher.

Währenddessen traf Rashid durch Zufall auf Aelindir und gemeinsam stürzten sie sich in das schmutzige Gassengewirr. Sie sprachen einen Bettler an, welcher sich auch bereit erklärte sie zu führen – gegen eine bescheidene Spende. Aelindir zuckte verständnislos mit den Schultern, was war nur mit diesen Menschen los, dass sie für jede noch so kleine Gefälligkeit dieses blinkende Zeug verlangten. Rashid, der ebenfalls am Ende seiner Geduld angekommen war, vertröstete den Bettler auf später, worauf dieser sich in Bewegung setzte – im Schneckentempo.

Nach wenigen Metern wurde es Rashid zu bunt und er stieß den alten Mann dezent an, worauf dieser sich dramatisch fallen ließ und ein gehöriges Theater veranstaltete. Nach kurzer Zeit hatten sich weitere Bettler eingefunden und beschimpften die zwei Männer. Aelindir hatte sowieso bereits einen miesen Tag und jetzt rissen dem sonst so beherrschten Elfen endgültig die Geduldsfäden. Diese Männer wollten blinkendes Metall? Das sollten sie bekommen. Der Elf riss seinen Säbel aus der Scheide und drohte dem wütenden Mob. Natürlich hatte er jetzt die gesamte Aufmerksamkeit und es dauerte nicht lang bis die Stadtgarde gerufen wurde.

Spätestens mit der Ankunft der Wachen, fanden die Bettler ihre Beweglichkeit wieder und stoben in alle Richtungen davon.

Der ankommende Weibel war ihnen jedoch kein Unbekannter, und so konnten die Helden die Situation schnell bereinigen und kamen mit einer Mahnung davon.

Wieder waren Aelindir und Rashid auf sich alleine gestellt und marschierten auf gut Glück durch den heruntergekommenen Stadtteil. Später beschlossen sie, zwei abgerissenen Gestalten zu folgen und schafften es schlussendlich tatsächlich zum berüchtigten Honigtopp, wo sie zufälligerweise auf ihre weiblichen Begleiterinnen trafen, welche abgehetzt und genervt einem Straßenjungen folgten. Seine Belohnung bekam er jedoch nur von Tapo-Sica, Luthien wollte den frechen Rabauken nicht und nicht küssen.

Schließlich betrat die Gruppe den Honigtopp, wieder einmal völlig unvorbereitet und planlos. Im stinkenden Halbdunkel der Kaschemme richteten sich sofort alle Augen auf die unerwarteten Neulinge, woraufhin die Hexe die Beine in die Hand nahm und das Etablissement  Hals über Kopf verließ. Rashid ließ sich jedoch nicht beeindrucken, marschierte auf die Theke und den schmierigen Wirten zu und verlangte etwas zu trinken. Dieser gab ihm jedoch unmissverständlich zu verstehen, dass seinesgleichen hier nicht bedient wird. Schartige Messer, Knüppel und Dolche wurden gezückt, Sessel gerückt und die Bedrohlichkeit war beinahe greifbar, als Rashid endlich den Satz sprach: „Wir suchen nach der einäugigen Bela“.

Mit einem Mal änderte sich die Stimmung von gefährlich zu ratlos. Der Wirt blickte Rashid fest ins Gesicht und meinte, dass hier niemand dieses Namens anwesend wäre. So wogte das Gespräch eine Weile hin und her, bis der Wirt genervt zugab, dass die einäugige Bela nur ein Code wäre.

Daraufhin begann ein Verhandeln und Geschachere, doch schließlich hatten die Helden äußerst brisante Informationen und waren um einige Dukaten erleichtert, was besonders dem Tulamiden sauer aufstieß. Die Informationen waren jedoch jeden Silbertaler wert. Nicht nur wussten sie jetzt, woher man in Albenhus verbotene Gifte beziehen kann, sondern zusätzlich den Aufenthaltsort eines gewissen Darion Eschenberg, auch bekannt als „Der Dachs“.

Zwei heiße neue Spuren hatten sich aufgetan: Zum einen die Gifthändlerin Vipka Norsteen, offiziell Kapitänin der „Blauen Salzarele“ und zum anderen der blonde Erpresser Darion „Dachs“ Eschenberg.

Am nächsten Morgen beschloss man der Spur des Dachses nachzugehen. Dieser wohnte als Untermieter bei einer alten Dame und so beschloss Aelindir (!) sich dort ebenfalls einzumieten. Er besuchte die Frau und erklärte sein Begehr. Nach anfänglicher Skepsis hatte er die alte Vettel um den Finger gewickelt und bekam ein Zimmer genau gegenüber des Dachses. Nun überlegten die Helden, wie sie die Vermieterin aus dem Haus bekommen könnten um ungestört „arbeiten“ zu können.

Mit dem Auftrag Obst am Markt zu kaufen und einer großzügigen Spende wurde die alte Dame schließlich losgeschickt und in Aelindirs Zimmer der weitere Schlachtplan besprochen.

Die Gruppe teilte sich auf, die eine Hälfte positionierte sich außerhalb unter dem Fenster um einen etwaigen Fluchtversuch zu vereiteln und die andere wählte den Weg durch die Tür. Es gelang ihnen den Dachs zu überraschen, zu überwältigen und tatsächlich ein Geständnis zu entlocken.

Aelindirs erster Gedanke war richtig. Tatsächlich war es ihr Freund und Auftraggeber,  der Händler Ebelfried Eisinger, der dem unschuldigen Novadi das Gift und den gefälschten Brief unterjubeln hatte lassen um sein Ansehen zu untergraben und die aufkommende Konkurrenz zu unterbinden. Dazu nutzte er das zufällig erworbene Wissen über die Vergangenheit der Tänzerin. Mangels Alternativen willigte der Dachs ein, vor Gericht auszusagen.

Die Helden alarmierten die Stadtwache und kurzerhand wurde ein neues Gericht abgehalten, wo sowohl Ellgiv, der Schreiber, als auch Darion Eschenberg Eisinger mit ihren Aussagen schwer belasteten. Auch die Kapitänin Vipka Norsteen sollte befragt werden, jedoch leistete sie Widerstand und verstarb im Gefecht mit der Wache, was im Allgemeinen als Schuldeingeständnis gesehen wurde.

Eisinger schimpfte und zeterte, doch konnte er sich der belastenden Menge an Beweisen nicht erwehren und wurde enteignet und abgeführt. Sein Sohn Morco musste das Unternehmen zwangsläufig übernehmen und war leichenblass angesichts der plötzlichen Verantwortung.

Rashim al Fessir, der dicke Novadi zeigte sich dankbar und nicht nachtragend und lud die Helden bis auf weiteres in sein Domizil ein. Auch Delilah saba Dunjah war außer sich vor Freude und schenkte Tapo-Sica ein Diadem mit einem Drachenauge darin. Damit hatten sie bereits drei von den Edelsteinen ohne jedoch genaueres zu wissen.

Nächstes Abenteuer: Ein neues Gesicht oder Ein Heimtückischer Mord