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Der Alchemyst
Meister: Patrick
SpielerInnen: Bernie, Bine, Luc, Tommi
HeldInnen: Aelindir, Lúthien, Said, Tapo-Sica
Zeitraum: 1. Efferd 999 BF - 8. Efferd 999 BF
Termin(e): 27.4.2014

Der Alchemyst ist das erste Abenteuer der Spielsteinkampagne. Durch einen Meistertausch wird Fenrox, Sohn des Fenrim zu Beginn des Abenteuers zurückgelassen und Said ibn Emir stößt unter dem Decknamen Rashid ibn Allam als neuer Charakter zur Gruppe hinzu.

Voriges Abenteuer: Die Entführung Yolanthes

Hauptcharaktere: Bearbeiten

  1. Aelindir Abendblüte
  2. Lúthien Melwasúl
  3. Said ibn Emir
  4. Tapo-Sica

Geschichte Bearbeiten

27.04.2014 Bearbeiten

Wir schreiben das Jahr 999 nach Bosparans Fall. Eine durchaus als exotisch zu bezeichnende Gruppe findet sich in einem kleinen Dorf im Süden Andergasts wieder, welches sie in der Vergangenheit vor einer Orkbedrohung beschützen und die Tochter des Wirten befreien konnten. Ein junger ambitionierter Holzfäller namens Marik vergiftete jedoch die Stimmung und machte Propaganda gegen unsere Helden.

So kommt es wie es kommen musste und einige Tage nach der Orkschlacht werden die Helden unsanft in ihrem Zimmer geweckt. Marik erscheint mit ein paar grimmigen Holzfällern und fordert sie auf sein Dorf zu verlassen, anstatt sich weiter auf die faule Haut zu legen und sich durchfüttern zu lassen. Bevor die Situation jedoch eskaliert, wirft sich Yolanthe, die Tochter des Wirten zwischen die Fronten und bittet die Helden inständig, kein Blutvergießen zu beginnen, sondern das Dorf einfach zu verlassen.

Um des lieben Friedens willen, akzeptiert die Gruppe die Situation und lässt das Dorf hinter sich. (Ebenso wie ihren zwergischen Gefährten Fenrox, welcher aus seinem Dauerrausch noch nicht wieder erwacht war)

So finden sich Aelindir Abendblüte, ein schlanker, hochgewachsener Auelf aus dem Norden, Tapo-Sica, ein junges Waldmenschenmädchen aus dem tiefsten Süden, und Luthien Melwasul, eine halbelfische Hexe und Zureiterin aus Thorwal im dichten Andergaster Forst wieder.

Das besinnliche Idyll des Waldes, samt Pilz-, und Beerensuche können sie jedoch nur kurz genießen, da derbe Männerstimmen aus der Nähe an ihr Ohr dringen. Die drei Gefährten wappnen sich und schleichen sich näher an die verdächtigen Geräusche an. Als die Stimmen nun gut hörbar von direkt vor ihnen kommen, beschließt die wendige Tapo-Sica einen Baum zu erklimmen um die Lage auszukundschaften. Was sie aus den lichten Höhen erkennen kann, lässt all ihre Heldensinne auf einmal anschlagen. Vier zwielichtige Gesellen haben sich um ein glimmendes Lagerfeuer versammelt und missbrauchen ein junges Mädchen offenbar als Dienerin. Sie erkennt, dass es dem Mädchen alles andere als gut geht und beschließt ihren Gefährten zu berichten. Gemeinsam fassen sie den Plan, diese Tunichtgute zur Strecke zu bringen um das Mädchen zu befreien. Aelindir schleicht mit dem Bogen im Anschlag um die Lichtung und bringt sich auf der gegenüberliegenden Seite in Position, während die Frauen eine Ablenkung vorbereiten. Da jedoch das Rascheln im Gebüsch keinen Anklang bei den Räubern findet, und auch ein geworfener Stein katastrophal fehlgeht (und beinahe Aelindir erschlägt), hält es den Elfen nicht mehr in seinem Versteck. Er stürmt aus dem Gebüsch und lässt einen Pfeil von der Sehne schnellen, welcher aber leider an Freund und Feind vorbei zischt und schließlich in einem Baum sein Ende findet. Sofort gehen die alarmierten Räuber zum Angriff über. Ein junger Blöndling schätzt die Lage als negativ ein, schnappt sich das überraschte Mädchen und zieht sich hinter die Baumgrenze zurück.

Die restlichen drei Halsabschneider liefern den Helden einen harten Kampf. Tapo-Sica und Luthien verwickeln den Anführer Zolthan in einen unerbittlichen Kampf, während Aelindir es gleich mit zwei Banditen aufnimmt.

Luthien wehrt sich tapfer mit ihrem Dolch, kann aber nicht verhindern, dass ein Säbelhieb Zolthans sie hart am Bauch trifft und ihr eine üble Wunde schlägt, auch Tapo-Sica bekommt den Räuberhauptmann nicht in den Griff sondern steckt viele leichte Treffer ein.

Aelindir schafft es Gorm, einem wahren Hünen von Mann einen Pfeil in die Schulter zu jagen, bevor dieser an ihn herankommt, doch als er sich plötzlich auch noch dem tumben Olg gegenüber sieht, wird es eng für den Elfen. Der Versuch sich mit brachialer Körperkraft gegen die zwei Gorillas durchzusetzen scheitert und endet mit einer schweren Prellung seiner Schulter durch Gorms Knüppel. Ebenso endet die Idee einer gewagten Hechtrolle zwischen den Männern hindurch mit einem harten aufkommen auf dem Boden der Tatsachen.

Währenddessen schaffen es die zwei Frauen doch noch, Zolthan in Bedrängnis zu bringen, als Luthien ein kritischer Treffer gegen seinen Schwertarm gelingt und er erstmal zurückweichen muss. Er brüllt nach seinem Kumpanen Gorm, welcher auch ohne zu überlegen vom am Boden liegenden Aelindir ablässt und seinem Anführer zu Hilfe eilt.

Der tumbe Olg überblickt die Situation nicht recht, wendet sich vom Elfen ab um auf den Hilfeschrei Zolthans zu reagieren und diese kurze geistige Abwesenheit nützt Aelindir für einen Zauber. Vor Olgs innerem Auge explodiert ein gleißender Blitz und der hirnlose Muskelberg schlägt mit einem erschrockenen Aufschrei die Hände vors Gesicht und torkelt desorientiert über die Lichtung.

Gemeinsam schaffen es die drei nun Zolthan niederzumachen und Gorm in die Flucht zu schlagen. Den geblendeten Olg streckt Aelindir eiskalt mit einem Pfeil nieder und Tapo-Sica gibt ihm den Gnadenstoß.

Doch so schnell kommen die Gefährten nicht zur Ruhe. Der junge Blöndling Welf Korninger betritt die Lichtung. Sein Blick ist hasserfüllt und vom Wahnsinn verzerrt. Sein Gesicht weist tiefe frische Kratzer auf, doch es ist ihm gelungen das junge Mädchen als Geisel zu nehmen. Nun sieht er seine letzte Chance darin, die Helden, welchen offensichtlich am Schicksal des Mädchens gelegen ist, zu erpressen.

Nicht weit von dieser Lichtung entfernt lustwandelt ein Charakter durch den Wald, wie er unpassender gar nicht sein könnte. Ein Tulamide, braun gebrannt und fein gewandet, hört die Kampfgeräusche und schleicht sich an die Lichtung heran. Er wittert leichte Beute der Besiegten. Als er die Lichtung erreicht, bietet sich ihm der Anblick einer typischen Patt- Situation. Auf der einen Seite ein zu allem entschlossener Wahnsinniger auf der anderen Seite, derer drei. Der Tulamide muss keiner, der für sein Volk so berühmte Zahlenmystiker sein um seinen Platz in dieser Gleichung zu finden. Mit berechnender Kälte schleicht er sich an den jungen Blöndling an und bohrt ihm seinen Dolch in den Nacken. Den wertvollen

Prunkdolch, welcher den noch warmen Händen des Opfers entgleitet, steckt er ein bevor dieser überhaupt den Waldboden berühren konnte. Der sprachlosen Gruppe stellte er sich als der Händler Rashid ibn Allam vor.

Das gerettete Mädchen entpuppt sich als von thorwalschem Blute und stellt sich als Kayla Dongrimmsdottir vor. Sie ist auch nicht annähernd so traumatisiert wie die Gruppe es erwartet hatte. Sie bietet den verletzten Helden an, für sie eine vitalisierende Speise zu bereiten, wenn sie sie dafür nach Elenvina am Großen Fluss begleiten, wo sie ihren Vater vermutet.

Natürlich willigt die bunte Gruppe ein und nach kurzer Regenerationsphase machen sie sich auf den Weg. Kayla beweist ihre Erfahrung im Wald und führt die Helden auf sicherem Wege zurück in die Zivilisation.

Ohne weitere Zwischenfälle erreichten sie Elenvina, wo sie tatsächlich auf Kaylas Vater trafen. Der Thorwaler überragte mit seinen 2,04 Schritt sogar noch Aelindir, und war auch gut doppelt so breit wie dieser. Dementsprechend heftig fiel auch der Dank des Nordmannes aus, und die ungleiche Heldengruppe fand sich in einer regelrechten Schraubstockumarmung wieder. Als sie wieder atmen konnten versprach er ihnen lebenslang freie Fahrt auf seinem Flusssegler, der „Miros Treu“ und eine Arbeit bei einem befreundeten Händler. Dieser stellte sich ihnen als der bekannte Händler Ebelfried Eisinger vor, welcher tatsächlich auf der Suche nach einer Bedeckung für die Fahrt nach Albenhus war. Schnell konnte man sich einigen und die Helden fielen erschöpft in ihre Kajüten.

Die am nächsten Tag beginnende Fahrt über den Großen Fluss gestaltete sich bereits nach einem Tag sehr langweilig. Die Helden vertrieben sich die Zeit mit Angeln und rahjaischen Tätigkeiten, bis am vierten Tag plötzlich ein Trubel losbrach.

Aelindir entdeckte einen im Wasser treibenden Ast an dem sich nach näherer Betrachtung ein kleines Mädchen festklammerte. Ohne zu zögern warfen sich Aelindir und Tapo-Sica in die reißenden Fluten um dem hilflosen kleinen Geschöpf zu Hilfe zu kommen. Rashid veranlasste in der Zwischenzeit, dass das Beiboot bereit gemacht und zu Wasser gelassen wurde, während Luthien die Waffen der Helden in Gewahrsam nahm.

Sowohl Tapo-Sica als auch der athletische Auelf erreichten das Mädchen und schafften es den Stamm soweit zu stabilisieren um ein weiteres Abdriften zu verhindern. Rashid, der sich leider knapp davor ein aussichtsloses Trinkduell mit dem Vollweib Rondrenlieb geliefert hatte, und noch zusätzlich berauscht, durch die hilfsbereite Luthien, welche dem Tulamiden den Alkohol mit dem innigen Einsatz des Hexenspeichels auszutreiben gedachte, stolperte leider von Bord und gefährdete die Rettungsaktion, da das Beiboot nun in erster Linie ihn wieder rausfischen musste. Nach anfänglichen Schwierigkeiten erreichten jedoch alle Beteiligten durchnässt, aber gesund das sichere Schiff.

Das kleine Mädchen welches schwere Misshandlungen aufwies, wurde in Decken gewickelt und sofort von der mütterlich auftretenden Luthien in Beschlag genommen, welche dem

Mädchen eine gar schreckliche Geschichte entlocken konnte. Gemeinsam mit anderen Kindern wurde sie scheinbar von Soldaten und Orks aus ihrem Heimatdorf geraubt und an einen geheimen Ort gebracht, wo schreckliche Versuche an ihnen durchgeführt wurden. Ihr gelang die Flucht und nach einer aufreibenden Hetzjagd durch den Wald konnte sie von einem Felsen in die trügerische Sicherheit des Flusses springen. Nun, am Ende ihrer Kräfte wurde sie von den Helden gerettet. Mit dem Segen von Ebelfried Eisinger, welcher die Helden nach getaner Arbeit in sein Domizil in Albenhus einlud, und Kapitän Dongrimm Aslivson, welcher versprach, das Mädchen sicher in seinem Heimatdorf abzuliefern, verließen die Gefährten die „Miros Treu“ und untersuchten den Felsen, den das Mädchen Brinwen ihnen zeigte.

Da sowohl Tapo-Sica, als auch Aelindir und Luthien im Fährtenlesen bewandert sind, war es für die Gruppe ein Leichtes, die Spur der Häscher im Unterholz aufzunehmen. Nach einigen Stunden des Spurenlesens erreichten sie in der Dämmerung ein mit einer Palisade umfriedetes Dorf an dessen Westrand sich eine trutzige Burg erhob.

Nun war guter Rat teuer. Während Tapo-Sica durch ihre Vergangenheit sehr misstrauisch und den Menschen gegenüber prinzipiell negativ eingestellt war, wollte Rashid in erster Linie, nach dem ungemütlichen Schiff und dem noch ungemütlicheren Wald, wieder einmal in den Luxus eines Bettes kommen und schlug so vor, sich als wandernde Gruppe auszugeben und Gastrecht zu beantragen. Nachdem weder Aelindir noch Luthien etwas dagegen einzuwenden hatten, gab auch die junge Waldmenschin nach.

Sie ließen sich von der verwunderten Wache zur Burg eskortieren, wo sie vom beflissenen Haushofmeister Ardach empfangen wurden, welcher seine Überraschung über Besuch relativ schnell in den Griff bekam. Er lies die Helden ins Gästezimmer bringen, und teilte ihnen mit dass der Burgherr zu später Stunde mit ihnen zu speisen gedenkt.

Auf dem Zimmer angekommen, war es der Elf der die restliche Gruppe zu überraschen vermochte, als er mit einer Selbstverständlichkeit sämtliche Hüllen fallen ließ, eine Formel sprach und sich mit einem wissenden Grinsen im Gesicht einfach in Luft auflöste.

Während die Gruppe noch über den elfischen Unsichtbarkeitszauber staunte, marschierte Aelindir aus dem Gästezimmer, wo ihm auffiel, dass ein Soldat zurückgelassen wurde, um sie zu überwachen und erreichte nach einigen Minuten den Keller. Einen Vorratsraum ließ er nach kurzem Blick links liegen und klopfte einfach an die gegenüberliegende Tür. Das plötzliche Schaben eines Stuhles hinter der Tür zeigte ihm, dass derjenige wohl nicht mit Besuch gerechnet hatte. Nach einigen Sekunden wurde die Tür aufgesperrt und ein sichtlich verwirrter Wachmann trat auf den Flur, blickte durch den unsichtbaren Elf durch und ging sogar einige Schritt weit ins Stiegenhaus um zu sehen wer der abendliche Störenfried sein könnte. Aelindir nutzte diese Möglichkeit um in den Raum hinein zu schlüpfen und erspähte einen Zellentrakt.

In der Zwischenzeit durchsuchte die restliche Gruppe das Gästezimmer, ohne jedoch großartige Funde vorweisen zu können. An einer Tür, welche auf die Balustrade führte, scheiterte Rashid mit seinen Dietrichen. Luthien beschloss etwas zu tun und verließ das Gästezimmer. Sofort wurde sie von der nervösen Wache angesprochen, welcher sie erzählte nur den Abort aufsuchen zu müssen. Natürlich wurde ihr das gestattet, auch wenn die Privatsphäre sehr zu wünschen übrig ließ. Luthien zeigte erneut ihre Kreativität indem sie den armen Soldaten derart umgarnte, dass ihm Hören und Sehen verging. Er musste diese wunderschöne Frau haben. Sie versprach ihm ein Treffen zu Mitternacht, worauf sich der junge Mann verplapperte und preisgab, dass er sowieso die ganze Nacht vor ihrer Tür Wache zu halten habe.

Als sowohl Luthien, als auch Aelindir wieder im Zimmer waren und die Gruppe das weitere Vorgehen besprechen wollte, kam Haushofmeister Ardach herein und bat zum Dinner.

Das folgende Essen ging wohl als das unangenehmste Essen seit langem in die Köpfe der Helden über. Der Edle Hagol von Sturzenstein war ein kränklicher Greis, kaum in der Lage einen vollständigen Satz zu sprechen, sein Haushofmeister übernahm die Konversation so gut wie im Alleingang. Auch der anwesende und kurz und knapp vorgestellte Hofalchimist Haranon Lederer war nicht sehr gesprächig. Die angespannte Atmosphäre wurde noch durch die Anwesenheit von vier bewaffneten Soldaten und einem großen, angsteinflössenden Ork perfektioniert welcher schlagbereit hinter seinem Herren Aufstellung eingenommen hatte. Er hatte eine breite Narbe im Gesicht und einer seiner Hauer war mit einem kupfernen Metallband geschmückt. Alles an ihm schrie nach Blut und Tod.

Nachdem ein Versuch Luthiens, auf magische Weise Einblick in Lederers Gedanken zu nehmen, an dessen hoher Magieresistenz scheiterte, versuchte Rashid dem Haushofmeister und dem Alchimisten auf den Zahn zu fühlen, was jedoch nach kurzer Zeit dazu führte, dass der Edle von Sturzenstein „nun müde ist, und sich zur Ruhe begeben möchte.“ Weiters wurden die Helden durch die Blume aufgefordert im Morgengrauen das Land dero zu Sturzenstein zu verlassen und ihren eigenen Geschäften nachzugehen.

Zurück im Gästezimmer beratschlagten die Helden was zu tun sei. Ihnen war klar, dass sie nur diese eine Nacht hatten um die Kinder zu finden, und den Schuldigen zur Verantwortung zu ziehen. Wilde Planungen waren im Gange, als den Helden, speziell Aelindirs superscharfem Gehör eine traurige Weise auffiel, welche vom oberen Stockwerk zu kommen schien. Ebenso machten sie die Entdeckung, dass eine Wache auf der Balustrade patrouillierte und in regelmäßigen Abständen vor ihrer Tür stehen blieb. Rashid versuchte sich ein weiteres Mal an der Tür und konnte das Schloss im zweiten Anlauf tatsächlich knacken. Nachdem die Wache ihren Platz vor der Tür gerade verlassen hatte, wagten die Helden einen Blick raus. Sie schätzten den Abstand zum Boden auf gute 9 Schritt.

Mit der offenen Tür konnten sie nun genau lokalisieren wo der traurige Gesang herrührte. Schräg über ihnen befand sich scheinbar ein Turmzimmer, in welchem eine Frau saß und sang. Die Neugier war stark in unseren Helden, so bereitete Luthien sich auf den Zauber des

Spinnenlaufs vor, welcher es ihr erlaubte wie ein Insekt über die glatte Wand zu laufen. Auf diese Weise erreichte sie das Fenster und konnte der Frau behutsam klar machen, dass ihr keine Gefahr von ihr drohe. Wie erwartet war auch die Frau eine Gefangene. Sie entpuppte sich als Nalia Lederer, der Schwester des Alchimisten, welcher durch ihre Gefangennahme gefügig gemacht und zu scheußlichen Experimenten gezwungen wurde.

In dem Moment zerriss der laute Ruf eines Uhus die Nacht. Luthien erstarrte. Das war das Zeichen falls die Wache zurückkam. Kurzerhand entschied sie, Nalia mittels Spinnenlauf zurück zu nehmen und wies die Frau an sich an ihrem Rücken anzuhalten.

Wie erwartet, ging der waghalsige Plan schief. Die traumatisierte Frau war nicht in der Lage der Schwerkraft zu widerstehen und fiel. Aelindir sprang auf die Balustrade und packte todesmutig zu und es gelang ihm die Frau zu fangen. Nun jedoch bangte er um sein Gleichgewicht und Rashid sprang hinzu um den Auelfen zurückzureissen. Seine Hand fuhr ins Leere...

Doch Phex war der Gruppe hold ;) und so konnte Rashid im zweiten Nachfassen gerade noch Aelindirs Gürtel erwischen und mit Luthiens Hilfe konnten alle Beteiligten in Sicherheit gebracht werden. Zumindest für den Moment, denn mehr Zeit blieb den Helden nicht zum Durchatmen, als auch schon Tapo-Sica auf sie zuschoss und wild gestikulierend klarmachte dass die Wache bereits in der Nähe sei. Im letzten Moment schlossen sie die Tür zu ihrem Zimmer hinter ihnen.

Luthien bereitete sich nun mental auf ihr Mitternachtsdate vor. Rashid drückte ihr eine Phiole in die Hand und sagte nur ein Wort: „Schlafgift!“ Luthien rieb sich das Gift auf ihren Hals und steckte den Rest ein, bevor sie langsam die Tür öffnete, wo schon ihr liebestoller Soldat wartete. Nach einigem Geschäker führte er sie in die Küche, wo sie ihn um etwas Wein bat. Kurz stand der Plan auf Messers Schneide als der Wachmann reuevoll mitteilte, dass Wein nur der Herrschaft zur Verfügung stand, doch Luthien erwies sich als Meisterin der Improvisation und zauberte kurzerhand die Phiole hervor mit den Worten: „Ich habe hier selbst noch etwas Gebranntes!“ Der Wachmann grinste nur dümmlich und holte zwei Gläser. Es gelang ihr, ihn reinzulegen und nach einem kräftigen Schluck und einem kurzen Versuch ihren Hals zu liebkosen, war der Mann auch bereits schnarchend in Borons Reich eingegangen.

Luthien nahm ihm seine Schlüssel und seine Waffen und kehrte frohen Mutes zu ihren Gefährten zurück. Rashid und Aelindir brachten noch einmal das ganze Vorhaben in Gefahr, als sie die haarsträubende Idee hatten, die schlafende Wache aus der dunklen, verlassenen Küche in ihr Zimmer zu tragen. Auf halbem Wege wurden sie von Schritten überrascht, entschlossen sich in die Küche zurück zu laufen, was sich angesichts ihrer schlafenden Fracht als schwer herausstellte und verharrten schließlich mit angehaltenem Atem auf der Stelle, als ein Diener schlaftrunken an ihnen vorbeischlurfte auf seinem Weg zum Abort.

Schließlich machten sie sich mit Nalia im Schlepptau auf um den Alchimisten zu finden, dessen Zimmer sie einen Stock unter dem ihren vermuteten. Sie erreichten sein Labor, welches aber zu dieser nachtschlafenen Zeit dunkel und verwaist vor ihnen lag. Sowohl Aelindir als auch Luthien versagten kläglich bei dem Versuch magisch für Licht und Sicht zu sorgen, und so beschlossen sie im Dunkeln nach einer Tür zu suchen. Dabei schreckten sie einen frechen Papagei auf, welcher ihnen Drohungen und Schimpfwörter an den Kopf warf. Luthien fand auf dem Arbeitstisch ein festgebundenes Kind und befreite die Kleine. Von der grausamen Idee, sie mit einem saftigen Hexenspeichel aufzuwecken, konnte sie zum Glück noch abgebracht werden.

Aelindir sorgte mit einer gefundenen Kerze für Licht und Rashid fand schließlich die Tür welche zu Lederers Schlafgemach führte. Sie schickten die Schwester hinein, welche ihren Bruder aufweckte und ihm die Situation erklärte. Lederer erklärte sich sofort bereit, sich zu opfern um die Flucht der Kinder zu decken, was zu langen und wohl auch zu lauten Diskussionen führte, denn der Papagei und auch die anderen Forschungsobjekte wurden unruhig und machten sich durch verschiedene Geräusche bemerkbar. Schließlich hörte Tapo-Sica das Unvermeidliche. Stimmen und Stiefelgeräusche auf der Treppe. Man hatte sie gehört.

Lederer befreite eine immense Waldspinne aus ihrem Käfig und entließ sie ins Stiegenhaus um die Verfolger zu verlangsamen. Endlich beschlossen auch die Helden in den Keller vorzudringen und die Kinder zu befreien. Aelindir und Rashid versteckten sich links und rechts der Kerkertüre und Tapo-Sica klopfte an und imitierte die Stimme eines anderen Wachmannes (!), was den Soldaten hinter der Tür dazu bewog diese zu öffnen. Aelindir wollte ihn nun mit dem Griff seines Säbels ausschalten, schlug jedoch ein kapitales Luftloch. Rashid besserte diesen Fehler aus, und rammte dem Soldaten, schon wieder, seinen Dolch in die Kehle. Er war sofort tot. Sie befreiten die traumatisierten Kinder und es brauchte ein göttliches (meisterliches) Machtwort um Rashid von seiner fixen Idee abzubringen, die Kinder mit Waffen auszustatten.

Wieder mal waren die Helden ratlos. Von oben drangen verschiedenste Geräusche zu ihnen herunter, ebenso wie eine unnatürliche Hitze. Mangels Alternativen beschloss man jedoch dann wieder raufzugehen, wo sich den Helden die Niederhöllen eröffneten. Direkt im Stiegenhaus lag der zerhackte Kadaver der Spinne, daneben ein röchelnder Soldat, welcher sich im Todeskampf den verletzten Hals hielt. Aus dem Labor drangen Schreie und Flammen heraus. Lederer hatte seine Idee in die Tat umgesetzt und ein Feuer gelegt. Leider hatte er sich und seine Schwester damit jedoch im Labor eingeschlossen, wo 3 Soldaten versuchten durch die Flammen zu ihm zu gelangen. Ebenso war der große Ork anwesend. Er erblickte die Helden und wollte sich ihnen entgegen stellen, doch die Vier ergriffen mit ihrer Kinderschar die Flucht. Zwar wurde speziell Tapo-Sica von Gewissensbissen geplagt, da sie das Geschwisterpaar zurück ließen, doch sah sie ein, dass sie mit den Kindern nur diese eine Chance hatten zu entkommen.

Als sie die Burg verließen, hatte der Haushofmeister bereits eine Löschkette organisiert um das Feuer einzudämmen. Keiner der anwesenden Dorfbewohner kümmerte sich um die Helden und so erreichten sie das große Dorftor.

Nur um sich einer sechsfachen Übermacht an Menschen gegenüber zu sehen, welche Fackeln und Mistgabeln schwangen. Ein großer Mann in feiner Gewandung, der Landvogt trat forsch an sie heran und verlangt die Herausgabe der Kinder. Das Missverständnis ließ sich jedoch zum Glück schnell aufklären als Brinwen zwischen den Menschen hervorschoss und Luthien um den Hals fiel. Nachdem die Kinder zurück bei ihren Eltern waren, marschierte der Vogt dem Mob voran zur Burg, woraufhin die verbliebenen Soldaten ihre Waffen streckten. Von den Orks war nichts zu sehen. Der Haushofmeister wollte soeben zu einer Erklärung ansetzen, als ein hysterisches Gelächter die Blicke aller zum Dach wandern ließ. Dort oben, in über 12 Schritt Höhe stand der alte Ritter, in der Hand ein Schwert, in der anderen die wie paralysiert vor sich hin stierende Nalia und ließ seinem Wahnsinn freien Lauf. Er wolle seine Jugend zurück, die Helden hätten ihm alles zerstört, wenn er nun stürbe, so nähme er wenigstens noch die junge Nalia mit in den Tod.

Der Vogt signalisierte den Helden etwas zu unternehmen und nahm das Gespräch mit dem alten Ritter auf um ihn hinzuhalten. Tapo-Sica, Aelindir und Rashid rannten wie ein Mann in das schwelende Gebäude. Doch ihre Ziele konnten unterschiedlicher nicht sein. Während die junge Frau aus dem Süden sofort in das Labor lief um nach dem Alchimisten zu sehen, rannte Aelindir so gut seine geschundenen Lungen es erlaubten ins oberste Stockwerk, wo eine Luke zum Dach offen stand. Rashid hingegen, der alte Hund, hatte nichts Besseres zu tun, als das herrschaftliche Schlafzimmer zu suchen und dort nach wertvollem zu suchen.

Tapo-Sicas schlimmste Befürchtungen bewahrheiteten sich. Der Alchimist lag in einer viel zu großen Lache seines Blutes, mit schlimmen Stich-, und Hiebverletzungen im Brustbereich am Boden und hauchte gerade sein Leben aus. Sie konnte ihm gerade noch versprechen, seine Schwester zu retten.

Aelindir entledigte sich vor der Luke wieder einmal seiner Kleidung und sprach mit letzter Kraft den Visibili Vanitar, woraufhin seine Formen verschwammen bis er schließlich gänzlich unsichtbar wurde. Er erklomm das Dach, schlich sich an den tobenden Ritter und hieb mit aller Kraft auf den Arm des Greises. Er spürte wie die morschen Knochen brachen und der Griff um Nalias Arm erschlaffte. Er blickte dem alten Ritter in die vor Überraschung weit aufgerissenen Augen, als er ihm den letzten Stoß gab und seine verdammenswerte Seele über das Nirgendmeer schickte. Wie der Ritter unten von seiner eigenen Palisade aufgespießt wurde, sah er schon gar nicht mehr, da er sich bereits auf den Rückweg begeben hatte.

Die Eltern der Kinder überschütteten die Helden mit ihrer Dankbarkeit und luden sie in ihr Dorf ein, wo sie bekocht und gefeiert wurden. Luthien bekam von der kleinen Dinah, dem Mädchen welches sie aus dem Labor befreit hatte einen Halbeldelstein, ein Drachenauge geschenkt und Nalia Lederer wurde vom Vogt mitgenommen, welcher versprach ihr nach Möglichkeit zu helfen.

Nächstes Abenteuer: Die Einsiedlerin